In zehn Tagen stehen sich YB und Servette auf der Schützenwiese gegenüber: Am 29. März wird bei uns der Cupfinal der Frauen ausgetragen. Die letzten fünf Male fand der Final auf Zürcher Boden statt – und kommt nun zu seinem 50. Jubiläum zu uns.
Die Schützi ist Kult: Sie hat Tradition, den Salon Erika, die Sirupkurve und eine Fussballkultur, die für Offenheit, Inklusion und Familiensinn steht.
Die Heim-EM im letzten Jahr hat dem Frauenfussball einen ordentlichen Schub gegeben. Die Stadt bot kostenlose Trainings für Juniorinnen an. Das Angebot kam so gut an, dass wir es nun im freiwilligen Schulsport weiterführen. Und in den Winterthurer Fussballvereinen sind zu den 15 Juniorinnenteams seither fünf weitere Teams dazugekommen. Das Interesse zeigt: Fussball ist kein reiner Männersport (mehr).
Doch für «Equal Play», also chancengerechten Sport, ist mehr nötig. Aktuell fordert ein Postulat ausgeglichenere Verteilung der Ressourcen, v. a. im Fussball. Eine faire Sportförderung ist mir ein grosses Anliegen. Das Sportamt setzt sich z. B. dafür ein, dass auf Fussballfeldern effizienter trainiert und deren Bespielbarkeit erhöht wird. Lauftraining beispielsweise kann neben dem Feld stattfinden. Und vermehrt werden auch Kunstrasenfelder bereitgestellt. Von einer besseren Ausnutzung profitieren letztlich alle. Voraussichtlich im September stimmt Winterthur über ein neues Betriebs- und Garderobengebäude auf der Schützi ab. Damit hätte das Frauenteam des FCW künftig eine feste Garderobe. Auch das ist wichtig für «Equal Play».
Ich freue mich über jeden Schritt, mit dem Sport zugänglicher für alle wird. Dazu gehört auch, dass der Cupfinal der Frauen eine richtige Bühne hat. Es macht mich stolz, dass die Schützi in diesem Jahr diese Bühne sein darf.
Martina Blum
Stadträtin, Vorsteherin Departement Schule und Sport
Erschienen in der «Winterthurer Zeitung» am 19. März 2026
